So Freunde
Heute ein kleiner Bericht zur mein AHB (Anschlußheilbehandlung) in der Falkensteinklinik in Bad Schandau. Es gab bis auf ein paar Kleinigkeiten nichts zu meckern in der Klinik. Mein Aufenthalt war vom 20.09.- 11.10.11, also 3 Wochen, mit der Option auf eine Verlängerung die ich zum Glück nicht bekommen habe. Lach. Da ich meine Cam vergessen hatte, hab ich alle Bilder mit meinem Handy gemacht, also nicht zuviel Qualität erwarten. Meine Anreise verlief ohne Probleme, da ich der Klinik meine Ankunft am Bahnhof in Bad Schandau rechtzeitig angekündigt habe wurde ich nach 15 min Wartezeit mit dem Klinikbus abgeholt und meine Reha begann.
Der 1. Tag
An der Rezeption angekommen erhielt ich alle nötigen Unterlagen, Hausausweis, Hausordnung, Zimmerschlüssel und alles was noch so dazu gehört. Die Dame die man auf dem Bild sieht, war übrigens die netteste von der Empfangsbelegschaft. Bei ihr bin ich auch gleich 50€ für Telefon, TV-Fernbedienung und Wasserflasche los geworden. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mein Zimmer noch nicht mal gesehen. Lach. Da das Handynetz in dem Ort mehr als bescheiden war, musste ich das Zimmertelefon anmelden. Der erste Tag verlief relativ ruhig mit der ersten Blutabnahme und der Eingangsuntersuchung bei meiner Stationsärztin, welche Aussah wie eine 16-jährige Schwesterschülerin. Allerdings war sie eine wirklich kompetente Ärztin die immer Zeit hatte wenn ich ein Problem oder eine Frage hatte.
Mein Zimmer
Tja was soll ich schreiben, es war nicht sehr groß, aber für meinen Aufenthalt mehr als ausreichend. Ich hatte zum Glück ein Einzelzimmer mit einem schönen Ausblick in die Sächsische Schweiz. Der Fernseher war ebenfalls groß genug und so montiert, dass man vom Bett aus bequem TV schauen konnte. Zum Bad gibt es nicht soviel zu sagen, ein WC, eine Dusche und ein Waschbecken. Handtücher, Bettzeug und ein Fön wurden von der Klinik gestellt so das man nicht noch mehr Zeug mit schleppen muss. Die 2 Schränke waren ebenfalls sehr groß und in einem befand sich ein Tresor mit Pin Code. Die Reinigung wurde täglich ausgeführt und Handtücher wurden alle 3 Tage gewechselt, glaube ich zumindest, da alle gleichfarbig waren ist mir das nicht so aufgefallen. Das sie aber regelmäßig anders da lagen als ich sie hingelegt hatte gehe ich davon aus das sie gewechselt wurden.
Meine Behandlungskarte
In der Klinik gab es sogenannte Behandlungskarten, in welchen die täglichen Behandlungen und Seminare für die gesamte Kur verzeichnet waren. Am Anfang dachte ich hinter dieses System kommst du erst am Ende der Kur. Lach. Aber ich habe mich abends mal damit beschäftigt und dann war das gar nicht mehr so kompliziert. Ganz links stehen Diagnose, Therapieziele, Einschränkungen, Gewicht, Blutdruck usw. Danach kommt eine Legende von allen Behandlungen und die entsprechenden “Code” Nummern.
Als Beispiel: Montag um 11:00 Uhr habe ich 17.1 wobei 17.1 für Fango-Packung steht. Ich habe natürlich mal eine Woche meiner Reha auf einem Foto festgehalten damit ihr sehen könnt was ich meine. Täglich um 8:30 Uhr hatte ich 12.2 was Terrain Training bedeutet, oder anders ausgedrückt der Spaziergang am Morgen. 3.3 war Entspannungstherapie und 23.4 war das Herz-Seminar. Ihr seht also die grüne Karte hat unseren Tagesablauf bestimmt was im groben und ganzen auch funktioniert hat. Montags hatte ich von 10 Uhr bis 12 Uhr Visite, also in dem Zeitraum musste man sich im Zimmer aufhalten und im Anschluss sich die “Entschuldigungs” Unterschrift vom Therapeuten holen. Wenn man eine bestimmte Watt-Zahl erreicht hatte wurde man in die nächst höhere Gruppe “befördert”, die letzte Woche bin ich dann 12.3 gelaufen, was ca. 2km waren in 30 min waren. Also etwas weiter und auch ein wenig zügiger. Wenn ich darüber nachdenke, ist dieses System eigentlich richtig gut gemacht. Bevor man eine Behandlung oder Freizeitsport ausüben durfte musste man immer diese Karte vorlegen und der “Aufpasser” hat zu erst geprüft ob diese Art von den Ärzten erlaubt worden ist. Kein entsprechendes Häkchen- kein Sport.
Meine Therapieziele
Allgemeine Konditionierung und ca. 100 Watt Ausdauerbelastung, was laut den Ärzten ein Bürojob und ein wenig Sport bedeutet. Also ein relativ normales Leben, natürlich mit Überwachung durch den Hausarzt und einen Kardiologen. Geschafft habe ich bisher 60 Watt und meine Herzleistung hat 40% ergeben, das wusste ich schon aus der Intensivstation in Dresden, also in dem Fall nix neues. Aber die Ärzte haben mir Hoffnung gemacht, dass ich nach einem Jahr wenn alles ohne Probleme läuft die 100 Watt schaffen kann. Durch diese Prognose, wurde meine Reha auch nicht verlängert da ich in den max 2 Wochen Verlängerung diese Watt Zahl nicht geschafft hätte und ich das nun zu Hause mit Herzsport alleine schaffen muss.
Die anderen Patienten
Da die meisten Patienten mit Herzinfarkt nicht in meinem Alter sind, hatte ich mit einem Durchschnittsalter von 70+ gerechnet, aber ich hatte “Glück”. Es gab a) jüngere Herzpatienten und b) junge Patienten mit anderen “Leiden”. Zur Mitte der Kur hin, waren wir eine richtig gute Clique, 5x Herz, 2x Diät, 13x Innereien. Also eine bunt gemischte Truppe in verschiedenen Altersgruppen und eben mit verschiedenen Krankheiten.
Spezielle Erinnerungen:
Hier möchte ich Euch ein paar Anekdoten von einigen wieder geben, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Sollte ich hier jemanden vergessen, so seit mir nicht böse, ihr wart alle die besten! Los gehts.
Nadin - ein Mädel mit der man Pferde stehlen kann und die im “schwarzen” Buch der Nachtschwester namentlich genannt wurde. Lach. Wollte sich jeden Tag mit uns um 6 Uhr auf der Raucherbank treffen und kam dann gegen 8 Uhr.
Linda – aufgrund ihrer generell Pinkfarbenen Kleidung von uns Britney gerufen wurde, eine kleine Freche aus Magdeburg, immer am Handy und am Apps runter laden.
Bianca – die, die sich um alles einen Kopf gemacht hat und sehr gern mit unserem Sonnenschein über “neumodisches Zeug” gestritten hat. Du musst viel ruhiger werden
Maria – unser stilles Wasser, die unglaublich viel gelaufen ist und extrem an ihrem Therapieziel gearbeitet hat aber trotzdem immer für einen Spaß bereit war, Ehe-Szene mit Carsten sei hier genannt. Maria bleib wie Du bist!
Sonnenschein Sandro - ein ehemaliger Fahrer bei 8×8 aus Dresden, einer aus unserer Tik Tik Clique. “Ich muss mit meinem Handy telefonieren können, ich brauche kein neumodisches Zeug”. Er war stets mit Britney oder Mirko im “Fachgespräch” zu Apps oder zum Thema Berlin. Ein cooler Typ mit dem wir eine Menge Spaß hatten. Aber Vorsicht er hat Herz mit Ausweis! Lach
Maik alias Tik Tik – ein ebenso cooler Bursche aus der Herzfraktion. Kommt nicht so gut mit dem Ergometer Rad zurecht und musste nach einer Fahrt auch mal nach Sebnitz um seinen Brustkorb richten zu lassen, aber er nahm es mit Humor und ich bin froh ihn kennen gelernt zu haben. Seinen Spitznamen hat er gleich am ersten Tag gehabt, nachdem er uns erzählt hat das ihn sein Chef so nennt. Lach.
Rolf – Er hat Drüse, ebenfalls ein freundlicher und cooler Bursche der älteren Generation, der aber noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Sehr bedacht auf seinen Mittagsschlaf und derjenige der immer Kräuterbutter anstatt Kakaobutter auf seine Narbe schmieren wollte. Er war derjenige der die “schönsten” und “jüngsten” Mädels am Tisch hatte.
Carsten – unser “warmer” Koch aus Chemnitz, ebenfalls ein Bursche mit dem wir viel Spaß hatten und der auch nie um einen Spruch verlegen war. Sein Lieblingsspruch war folgender: “Deine Bude brenn ich auch noch nieder“. Lach. Diesen Spruch hat er das erste mal gesagt als ihn ein Tischnachbar mit dem Spruch “Er soll nicht immer eine Diva sein” betitelt hat. Zu unseren Lieblingsbeschäftigung zählte Nachmittags Kaffee und Kuchen zu essen und über die anderen Patienten zu tratschen. Wobei er weder ein Blatt vor den Mund nahm noch seine Lautstärke vermindert hat. Carsten wir werden dich vermissen.
Ralf – der arme Kerl, er wurde generell von der Nachtschwester angemotzt er würde auf dem Balkon Nachts rauchen. Was er natürlich nicht gemacht hat, klar ist auch das wir ihn damit immer schön aufgezogen haben. Lach. Er hat mich jedesmal gegrüßt wenn wir uns begegnet sind, nachdem ich mal gesagt habe, ich habe Herz, könnte sein das wir uns nicht wieder sehen und er soll kein schlechtes Gewissen haben weil er mich nicht gegrüßt hat. Lach. Ralf ein Typ zum Pferde stehlen! Lass es dir gut gehen.
Es waren natürlich noch weitere Leute vertreten aber wenn ich zu allen hier etwas schreibe würde das den Rahmen sprengen. Also fühlt Euch nicht vergessen, es war eine geile Zeit in Bad Schandau auch wenn es schöner gewesen wäre man hätte sich unter anderen Umständen kennen gelernt. Aber es ist so wie es ist. In dem Sinne
Vielen Dank für die schönen Stunden in der Reha die Ihr alle mir geschenkt habt. Lasst es Euch gut gehen und genießt jeden Tag als wenn es der letzte wäre, es geht schneller als man denkt.